Charakter zeichnen- komme in den FLow- 8 Tipps

Einen Charakter oder Menschen zu zeichnen kann manchmal ganz schön kompliziert sein. Es gibt Momente, da habe ich keine Idee, was ich zeichnen soll- oder wen. Jedenfalls kommt es einem oft so vor.

Soll man im Rahmen eines Auftrages eine fiktive Person zeichnen, hat man oft eine Vorgabe, wie diese grob aussehen soll. Gern möchte ich dann, dass alles gleich gut klappt. Bumms soll sofort bitteschön ein oder DER tolle Charakter entstehen. Ich will es besonders gut zeichnen. Das kann mich dann schnell blockieren.
Als ich Anfing zu illustrieren gab es öfter den Fall, wo ich generell nicht so richtig wußte, wie ein gezeichneter Mensch eigentlich aussehen soll.
Um aus diesem Druck wieder heraus zukommen, ist lockeres zeichnen natürlich super. Aber da ist dann trotzdem noch die Angst vor dem leeren Blatt. Um den Kopf beim zeichnen auszuschalten, empfehle ich das doodlen. Ein Doodle ist eine kurze schnelle Zeichnung, die ohne nachzudenken passieren sollte. Diese Methode wendet man oft intuitiv an,  z.B. beim Telefonieren. Wir führen ein Gespräch und kritzeln gedankenverloren auf einem herumliegenden Stück Papier- ohne Druck. Es entstehen oft tolle Dinge dabei, weil man nicht den Anspruch hat, dass das gezeichnete perfekt sein muss.

Beim Finden und Herausarbeiten von einem Charakter kann man diese Methode super benutzen.

Legen wir los!

1. Setze Dir eine Zeit, die Du auch locker zwischendurch aufbringen kannst. Sagen wir 10 – 15 Minuten. Stelle Dir einen Wecker, denn nach dieser gesetzten Zeit hörst Du auf zu zeichnen. Auf jeden Fall!
Wiederhole diese Übung lieber über den Tag, aber mach nach Deiner gesetzten Zeit erst einmal eine Pause.

2. Ich empfehle einen Stapel von einfachem Papier bereit zu legen. Je oller, desto besser. Es kann ein alter Briefumschlag sein, ein Einkaufszettel oder was Dir sonst so in  die Hände fällt.

3. Mach Dir einen Tee– oder ein anderes Getränk Deiner Wahl. Mache es Dir gemütlich. Mache Dir Deinen Arbeitsplatz sauber. Vielleicht zündest Du eine Kerze an?

4. Mache Dir schöne Musik an. Am besten Musik, mit der Du in Flow kommst. Klassik vielleicht?

5. Nimm einen Stift (Kugelschreiber, Bleistift, egal.) und lege los.

– Zeichne die groben Umrisse eines Kopfes.

– Zeichne nun ein Gesicht. Fange mit der Nase an, dann der Mund und nun probiere verschiedene Augenformen aus. In meinem Beispielvideo habe ich mich besonders auf das Zeichnen von Augen beschränkt. Siehst Du, wie mit wenigen Änderungen sich so viel verändert?
– Wenn ein Gesicht fertig ist, beginne sogleich mit dem nächsten Gesicht. Zeichne, ohne nachzudenken. Bis das Blatt voll ist.

 

Du wirst sehen, was das einfache ändern der Augen für Auswirkungen auf den Charakter hat. Die Platzierung, Größe. Punkte, Pupillen…
Auch das Alter Deines Charakters wird sich durch die Platzierung der Nase und die Größe der Augen/Nase verändern.

6. Wenn Du fertig bist, lege die Blätter zur Seite und schaue sie Dir später noch einmal an.

Sei gespannt, welches Gesicht Du am besten findest. Bestimmt gibt es mindestens ein Gesicht, welches Dich inspiriert weiter daran zu arbeiten.

7. Sei inspiriert- nicht enttäuscht! Es kann natürlich sein, dass die meisten Zeichnungen Dir nicht auf Anhieb gefallen. Das ist ganz normal, denn wie eingangs gesagt, soll diese Übung Deine kreativen Säfte zum fließen bringen und nicht sofort ein perfektes Ergebnis liefern. Wenn Du aber genau hinsiehst, wirst Du in fast jeder Zeichnung etwas finden, was Du für den kreativen Gestaltungsprozess Deines Charakters gebrauchen kannst. Ist es der Blick, die Augen, die Kopfhaltung, die Nase,… Arbeite daran weiter!

8. Überlege weiter. Du hast einen Ausdruck in Deinen gezeichneten Gesichtern gefunden, der Dir so richtig gut gefällt? Prima! Dann spinne den Gedanken weiter: Wer kann Dein Charakter sein? Spiele herum. In welcher Zeit lebt er? Hat er ein Hobby? Einen Tick oder besondere Angewohnheit?

Ändere die Haare, die Frisur. Bleibe entspannt, dann werden die Ideen sprudeln!

Mir hilft diese Methode immer ungemein und bringt mich in die richtige Stimmung meinen Charakter entstehen zu lassen. Man kann dieses doodlen natürlich mit jedem zeichnerischen Thema machen.

Aber nun möchte ich von Dir wissen: was sind Deine Tricks, um los zu lassen und Deine kreativen Säfte in Schwung zu bringen?

Falls einmal gar nichts mehr geht und mir nichts einfallen will, hilft nur ABSCHALTEN! Alles aus, keine Bilder und ab in die Natur. Nicht krampfhaft denken. Gedanklich entspannen. Irgendwann kommen die Ideen zurück. Bestimmt!

(Mit welcher Software ich das Video gemacht habe, erfährst Du übrigens hier -> klick )

 

 

 

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