Verbessere Deine künstlerischen Fähigkeiten

künstlerisch verbessern

Geht Dir das auch so? Du fragst Dich, was Du machen kannst, um Dich künstlerisch zu verbessern und Du hörst Du nur: „üben, üben, üben!“.
Das stimmt natürlich auch, dennoch gehört da noch einiges mehr zu und es ist vielfältiger, als alleiniges, stumpfes Üben.

Mir ging es vor ein paar Jahren genau so. Mir ging alles zu langsam und ich fragte mich, wie ich wohl jemals meinen eigenen Stil entwickeln sollte in meinen Illustrationen. Mir war klar: Üben musste ich, aber ich wusste manchmal nicht, wo ich anfangen sollte und manchmal hatte ich einfach keinen Bock mehr auf stumpfes Abzeichnen von Stilleben.  In diesem Blogpost erzähle ich Dir, was ich gemacht habe, um besser zu werden und nebenbei noch meinen Stil zu entwickeln…

Verstehe mich bitte nicht falsch: Das Zeichnen und Malen ist ein Handwerk. Du kannst nur durch üben besser werden! Jeder Handwerker muss üben und lernen, sich verschiedene Techniken aneignen, neue Wege gehen, um sich zu verbessern und richtig gut zu werden. Natürlich ist das ein langer Weg. Wir neigen dazu zu denken, dass jeder toller Künstler so bumms so richtig gut war. Das stimmt aber nicht. Wir sehen nicht die endlosen Stunden, an denen er gezeichnet, wegradiert und zu guter Letzt das Bild doch weggeworfen hat. Kein Mensch kann alles sofort ganz gut.

Was aber sein kann ist, dass man eine Gabe hat z.B. bestimmte Dinge besser zu erfassen oder sich vorstellen zu können. Kommt dazu noch die Lust zu lernen, dann ist das die perfekte Grundlage richtig gut zu werden.

Ich zeige Dir in diesem Artikel 4 Wege, mit denen Du Deine künstlerischen Fähigkeiten verbessern kannst.

1. Tu´s auf Deine Weise.
Versuche immer wieder auf Deine innere Stimme zu hören und übe jeden Tag- auf Deine eigene Weise. So, wie es für Dich am besten ist. Zeichne jeden Tag etwas  und vertraue auf Deine Fähigkeiten. Durch Dich, durch Deinen Charakter, Deine Art Dinge zu tun, wirst Du über die Zeit besser und besser und wirst Deinen Stil finden. Denn- und jetzt kommt doch der Eingangs erwähnte Satz: „Übung macht den Meister“. Finde das Material, mit dem Du am besten arbeiten kannst und bleibe am Ball. Was Dir dabei helfen kann am Ball zu bleiben, sind z.B. Kunstchallenges.

Challenges sind hervorragend dafür geeignet sich über einen festgesetzten Zeitraum intensiv mit Dingen zu befassen. Die Regeln kannst Du selbst bestimmen. Meinetwegen zeichnest Du für einen Monat jeden Tag eine blaue Katze, oder nur eine Katze. Oder jeden Tag eine Skizze von Deinem Frühstückstisch, für eine festgelegte Zeit. Du kannst Dir auch ein Zeitlimit geben, 10 Minuten zum Beispiel, damit Du Dich nicht in der Skizze festbeißt.  Instagram ist ein Eldorado für die verschiedensten Challenges und es gibt immer eine, bei der man gerade mitmachen kann. Man findet sie durch Hashtags wie #draweveryday #dailydoodle #artchallenges und so weiter. Das tolle an einer Instagram Challenge ist, dass wenn man einmal online verkündet hat, jeden Tag etwas zu zeichnen, es auch durchhalten muss und will. Schließlich schauen einem ja Follower zu. Der andere Vorteil ist, dass man direkt Feedback auf seine Kunstwerke bekommt. Das motiviert zum weitermachen!
Ich mache nun das 2. Jahr bei der 365 Tage Challenge von der Illustratorin Johanna Fritz mit (@byJohannaFritz bei Instagram). Und aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen: man wird sich künstlerisch verbessern!

Doodle Kinderbuchillustration Kind mit Pflanze Kinderbuchillustration Drache röstet Stockbrot über Feuer

Hier sind ein paar Illustrationen aus den letzten 18 Tagen, in denen ich nun die Challenge mache. In dieser Challenge, muss man jeden Tag zu einem vorgegebenen Begriff eine Zeichnung machen. Ich habe mir selbst vorgegeben, nur 2 Farben zu benutzen. Es macht riesig Spaß und man entdeckt durch seine Mitchallenger wieder neue, anregende Illustratoren und Künstler. Herrlich!

2.  Lasse Dich inspirieren!
Wichtig, um am Ball zu bleiben und vor allem mit Lust bei der Sache zu bleiben, ist sich ständig neu zu inspirieren. Bringe Deine kreativen Säfte zum schwingen, indem Du Deinem künstlerischen Hirn Futter gibst. Das kann alles mögliche sein, wie z.B. ein Museumsbesuch. Nichts ist inspirierender, als ein Museum! Vor riesigen Leinwänden zu stehen und direkt vor Ort zu sehen und zu verstehen, warum und wie ein großer Künstler dieses Bild gemalt hat.
Was ich total inspirierend finde, sind Kunstbücher und jegliche Art von Illustration, Kinderbücher zum Beispiel. Man kann in einen Buchladen gehen und stöbern, ich gehen gerne (und Vorsicht, das kann teuer werden!) in Läden für Kunstbedarf. Was gibt es tolleres, als einen neuen genialen Stift, mit dem man plötzlich neue Techniken umsetzen kann? Süßes Cowgirl schwingt Lasso Kinderbuchillustration Doodle
Auch sind Tutorials bei Youtube Gold wert, oder Zeichenanleitungen bei Pinterest, oder aber Onlinekurse auf Lernplattformen (Skillshare, Creativelive). Natürlich ist rausgehen und sich mit anderen Illustratoren oder Künstlern austauschen auch total anregend. Man kann sich über Techniken austauschen und vielleicht ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen.
Das alles hat eines gemeinsam: Du wirst inspiriert werden in Deiner Sache weiter zu machen! Und dadurch wirst Du besser werden.
Stelle sicher, dass Du immer Zeichensachen griffbereit hast, denn so eine Inspiration oder der Drang etwas auszuprobieren kommt meistens plötzlich. Da ist es gut direkt loslegen zu können.

3. Schule Deinen Blick!
Neben den täglichen Zeichenübungen ist es wichtig Deine Blick zu schulen. Die Fähigkeit zu schulen, die wichtigsten Dinge an einem Objekt direkt zu erfassen. Meist steht uns ein selbst auferlegter Perfektionismus im Weg. Hier kann eine einfache Methode helfen:
Suche Dir ein Referenzbild, beispielsweise aus einer Zeitung- es muss nichts außer gewöhlich tolles sein. Eine Alltagssituation oder ein Objekt ist prima.
Nun setzt Du Dir die Zeit von 10 Minuten – stelle Dir am besten einen Wecker- und nun zeichnest Du das Bild ab. Wähle für den Anfang ein nicht zu großes Format DIN A5 ist Maximum.
Nach Ablauf der 10 Minuten stellst Du Dir den Wecker auf 8 Minuten und zeichnest das Bild noch einmal. Das wiederholst Du, bis Du nur noch 3 Minuten Zeit zum zeichnen hast. Die Abstände, in denen Du die Zeit verkürzst, kannst Du selbst festlegen. Wichtig ist, dass Du für das selbe Bild immer weniger Zeit hast!
Bist Du fertig, lege alle Bilder in einer Reihe und Du wirst sehen, dass Du es schaffst immer mehr das Wesentliche zu erfassen. Du hast keine Zeit Dich in Details zu verlieren.

Eine weitere Methode den Blick zu schulen, ist zeichnen am lebenden Objekt. Versuche so oft wie möglich, reale Objekte zu zeichnen! Dinge, die auf Deinem Tisch stehen, Menschen, Tiere. Trage immer ein kleines Skizzenbuch und einen einfachen Bleistift bei Dir, Möglichkeiten zum Zeichnen gibt es ständig- z.B. im Zug, auf dem Spielplatz, im Wartezimmer,…

4. Sei Dein Freund!
Bei den ganzen Übungen und Techniken, darfst Du eines nicht vergessen. Sei gut zu Dir! Anstatt Dich fertig zu machen, weil es gerade nicht so gut klappt, versuche Dich anzuregen und zu pflegen. Gehe raus, gehe in die Natur oder ins Kino. Trinke einen schönen Kaffee oder lese ein Buch oder eine Zeitschrift. Kreativität ist wie ein zartes Pflänzchen, man muss sie pflegen und nähren. Fordert man zu viel, oder ist man nicht gut zu sich, verwelkt sie schnell. Und das wäre sehr schade!
Als Diplom Kunsttherapeutin weiß ich, dass jede Art von Kunst heilsam ist und wie sehr Kunst zu einem guten Wohlbefinden beiträgt. Mache es Dir nicht unnötig kaputt durch Selbstzweifel und hartes reden mit Dir selbst!

Du siehst, um das Üben kommt man nicht herum, wenn man besser werden will. Üben kann auch sehr anstrengend sein, doch um seine kreativen Muskeln zu stretchen und zu formen gehört es einfach dazu! Dennoch ist es nicht immer trocken und dröge. Man kann Wege finden, damit auch tägliches Üben Spaß macht und Dich wachsen lässt. Das tolle ist, dass man nach einem Jahr zurückblicken kann und wirklich seinem Ziel einen (oder mehrere Schritte) näher gekommen ist und wahrscheinlich hast Du nebenbei Deinen ganz eigenen Stil entwickelt!

Jetzt würde ich gerne von Dir wissen: Machst Du vielleicht auch gerade bei einer Challenge mit? Welche ist es? Oder hast Du einen tollen Tipp, um Dich zu inspirieren?

Comments ( 3 )

  • Mareen

    Hallo liebe Tessa,

    das ist ein super Artikel! Ich finde es sehr schön, wie du auf die einzelnen Punkte eingehst und Tipps/ Vorschläge hast für das Verbessern der eigenen Fähigkeiten. Auch das du einen an den Umgang mit sich selbst erinnerst finde ich sehr gut und wichtig. 🙂 Witzigerweise habe ich vor kurzem auf meinem Blog genau über das gleiche Thema geschrieben. Ich nehme auch gerade an der 365 Tage Doodle-Challenge von Johanna teil. Dabei ist es für mich aber irre schwierig mich auf einen Stil festzulegen. Ich hoffe das gibt sich mit der Zeit und ich werde besser und schneller, momentan brauche ich noch etwas länger für meine Doodles.

    Auch so kann ich dir ein Kompliment für deine Inhalte auf Blog dalassen, da du über sehr interessante Sachen schreibst. Dank deinem Eintrag über Postkartenbewerbungen für Verlage/Agenturen, habe ich noch einen anderen Blick darauf bekommen und werde das demnächst auch so in Angriff nehmen. Das war ein wunderbarer Vorschlag! 🙂

    Liebe Grüße
    Mareen

    • TessaRath

      Hallo Mareen,
      das freut mich wirklich sehr, dass Dir mein Artikel gefällt! Schön, dass Du bei Johannas Challenge mitmachst. Ich gehe gleich mal gucken, wo ich Deine Beiträge zur 365 Tage Challenge finde 🙂 Da ich mit meinem Blog gerade umgezogen bin, habe ich einige Artikel noch nicht hier hin geholt. Das werde ich aber im Laufe der nächsten Zeit fertigstellen. Das Importieren ist leider nicht so einfach, deshalb dauert es ein wenig…
      Sonnige Grüße sendet
      Tessa

      • Mareen

        Danke für deine Antwort Tessa. 🙂 Ich hoffe dir haben dir haben meine Bilder gefallen, wenn du mich gefunden hast. Das mit dem Umzug habe ich mitbekommen, ich drücke dir von daher die Daumen für einen nervenschonenden Umzug. 😉

        Liebe Grüße
        Mareen

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