So war es auf der Kinderbuchmesse Bologna 2017

Auch in diesem Jahr war ich wieder auf der Kinderbuchmesse in Bologna, Italien. Auf dieser Messe dreht sich alles nur um Kinderbuch und es kommt aus aller Welt zusammen, um in den neuesten Büchern zu stöbern, Geschäfte zu machen, Kontakte zu knüpfen und internationale Freundschaften zu pflegen.

Ich betrachte die ganze Messe natürlich aus Illustratoren-Augen und freue mich jedes Mal wieder darauf unter Gleichgesinnten zu sein und aus Facebookfreundschaften echte Freundschaften zu machen. In diesem Jahr habe ich mir eine Unterkunft mit dem Oldenburger Illustrator Norbert Egdorf und der Wiesbadener Illustratorin Anna- Lena Kühler gesucht.

Anreise/ Tag 1

Wie auch im letzten Jahr bin ich von Bremen per RyanAir geflogen. Der Flug ist super günstig, allerdings landet man in Bergamo und musste von da per Bus 1 Stunde nach Mailand fahren, um von dort aus weiter per Zug nach Bologna fahren zu können. Im letzten Jahr wählte ich die günstige Variante und fuhr für günstige 16 Euro von Mailand nach Bologna. In diesem Jahr probierte ich den Schnellzug von italo aus und war sehr zufrieden. Die Fahrt dauerte nur ein wenig über eine Stunde und war sehr komfortabel. Durch das kaufen einer Fahrkarte werden im Zug direkt Sitzplätze vergeben, was sehr praktisch und stressfrei ist. Auf der Rückfahrt habe ich mir ganz bequem eine Karte online gekauft und brauchte im Zug die Fahrkarte nur auf dem Handy vorzeigen. Sehr praktisch!!

In Bologna angekommen habe ich mich erst mit Norbert und Anna-Lena getroffen und bin mit ihnen zu unserer AirbnB Unterkunft gegangen. Diese liegt genau in der Nähe der Altstadt und von dort kann man wunderbar alles erlaufen und auch Bushaltestellen zur Messe waren in direkter Nähe.
Bologna hat eine sehr alte Altstadt. Viele Gebäude sind umgebaut, um sie den heutigen Bedürfnissen anzupassen. Wir durften deshalb in einem tollen Zimmer wohnen, das neben der gigantischen Deckenhöhe von 6 Metern eine Deckenmalerei aus dem 16. Jahrhundert besitzt.


An diesem Abend hatte die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (AVJ)  anlässlich der 54. Jugendbuchmesse in Bologna zum traditionelle Empfang in das Istituto di Cultura Germanica Bologna, Via de‘ Marchi 4 geladen. Hier konnten wir schon alte Bekannte treffen und wegen des herrlichen Wetters im romantischen Garten Sekt schlürfen.

Nach dem Empfang gingen wir noch auf einen Vino in eine kleine Kneipe bei uns ums Eck. Sehr urig dort und die Bestellung schreibt man als Gast auf kleine Kreidetafeln.

Tag 2 

Um halb 9 ging es am nächsten Morgen dann los zur Messe. Durch unseren Standdienst am Stand der Illustratoren Organisation, konnten wir mit unseren Ausweisen früher rein und ich konnte als erstes mein Promomaterial an der Illustrators Wall hängen. Die Illustrators Wall wächst innerhalb von ein paar Stunden und ist am Ende des Tages total vollgeklebt mit Visitenkarten und Plakaten von Illustratoren aus aller Welt.
Ich konnte mir also den besten Platz aussuchen.

Danach hatte ich ein paar Termine mit Lektoren und trat dann meinen Standdienst am Stand der Illustratoren Organisation an. Der ist am Gemeinschaftsstand der Frankfurter Buchmesse und besteht eigentlich nur aus einem Minitisch. Den Stand teilen sich verschiedene deutsche Verlage.
Neben meiner Schicht, in der wir über die Mitgliedschaft in der Illustratoren Organisation berichten und Interessierte beraten, gab es wieder eine Mappensprechstunde. Hier haben wir interessierte Illustratoren aus aller Welt beraten, in welche Richtung sie sich orientieren könnten, welche Verlage passen könnten und wie man den Mappenaufbau verbessern kann. Die Beratung kann jeder in Anspruch nehmen!

Neben der beratenden Funktion an dem Stand, die mir auch viel Freude bereitet, ist es einfach toll sich so geballt mit Kollegen austauschen zu können, die alle aus unterschiedlichen Bereichen kommen. Man kann sich gegenseitig Tipps geben, austauschen und bewundern, was der andere gerade macht.
So hatte ich beispielsweise Standdienst mit:
Robert Scheffner (er macht herrliche Illustrationen und Stopmotionfilme aus Knetfiguren)
Annemone Kloos (wunderschöne Illustrationen aus einem Mix von Aquarell und Zeichnung)
Stefan Lomp (meisterhafte Wimmelbilder und moderne Illustrationen aus dem Studio Rabotti)
Marek Bláha ( comicartige Illustrationen, meist für den Spielbereich)
Iris Wolfermann (Kinderbuchillustratorin mit einem wunderbaren Strich)
Anna Karina Birkenstock (vielseitige Autorin und Illustratorin für Pappbücher)

Ausstellung des Gastlandes – Katalonien und die Balearen

In jedem Jahr gibt es ein Gastland auf der Kinderbuchmesse, was sich und seine ausgewählten Illustratoren präsentieren kann. Im letzten Jahr war es Deutschland, in diesem Jahr Katalonien und die Balearen.
Das Gastland hat sich dieses Jahr etwas besonderes einfallen lassen, um seine besten Illustratoren zu präsentieren. So wurden aus Planen angefertigte Hängematten aufgehängt, die mit Illustrationen der jeweiligen Illustratoren bedruckt waren. man konnte sich also bequem in diese Hängematten legen und dann etwas über die vorgestellte Person lesen und in ausgelegten Büchern schmökern. Herrlich! Besonders nach einem anstrengenden Messetag mit viel Herumlaufen, wurde dieses Angebot gern genutzt.


Zu den Hängematten gab es noch eine Ausstellung der katalonischen/balearischen Illustratoren. Die Illus wurden in Pappen liegend, in Tischhöhe präsentiert.
Ich fand es sehr interessant und man konnte deutlich einen Trend zu flachen, plakativen Illustrationen ablesen.

Tag 3

Ausländische Verlage
Am letzten Tag habe ich mich versucht ein wenig mehr in den ausländischen Messehallen herumzutreiben. Anna Lena und ich zogen also mit unseren Visitenkarten bewaffnet los. Wie auch in dem deutschen Teil, bieten ausländische Verlage Illustratoren Sprechstunden an, wo sie sich die Mappen/Portfolios von Illustratoren ansehen und (bei Gefallen) Visitenkarten herausgeben, damit man sein Portfolio mailt. Da das Hauptgeschäft bei solchen Messen nicht die Illustratorensuche, sondern das Lizenzgeschäft ist, haben sich einige Verlage etwas einfallen lassen, um trotzdem an Illustratoren zu kommen.
So konnte man beispielsweise bei Laurence King seine Visitenkarte in einen kleinen Briefkasten werfen!

Oder auch einfach in bereitgestellte Boxen.

Wie auch in dem deutschen Teil, steht man allerdings bei solchen Illustratorensprechstunden in teilweise sehr langen Schlangen. Einmal drangekommen, hat man dann 5 Minuten Zeit sein Portfolio einem Lektor/Lektorin zu zeigen und in der Zeit zu überzeugen.

Überhaupt ist es sehr spannend durch die verschiedenen Hallen zu streifen und sich die Illustrationstrends und -unterschiede anzusehen. Deutschland unterscheidet sich stilistisch doch sehr von anderen Ländern die , wie z.B. England viel experimenteller sind mit lebendigem Strich und anderen Farben. Deutschland erscheint oft sehr brav dagegen.
In der Mappenberatung der IO kann man dann Illustratoren auch zu ausländischen Verlagen schicken, wo man den jeweiligen Stil besser aufgehoben sieht.

ALMA

Generell sind auf Buchmessen ständig an irgendeinem Stand Empfänge. Dann gibt es Fingerfood und Sekt und es wird z.B. ein Verlagsjubiläum gefeiert oder Preise. Die Illustratoren Organisation steht in Bologna mit ihrem Mini- Stand auf dem Gemeinschaftstand der Frankfurter Buchmesse und so war plötzlich die Aufregung groß, als bekannt wurde, dass Wolf Erlbruch den Alma (Astrid Lindgren Memorial Award) verliehen bekommen hat. Wolf Erlbruch ist ein großartiger, deutsche Illustrator, der unter anderem “ Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“.
So gab es dann noch einen Empfang, quasi direkt bei uns am Stand…

Am Ende des Tages gingen wir mit einer Gruppe von Illustratorinnen ins Studentenviertel Essen. Wir machten eine hippe Lokalität aus, an der bereits viele Menschen warteten. Der Clou hier war allerdings, dass man in seiner Wartezeit in die Kneipe gleich nebenan gehen konnte. Die gehört dem Besitzer der Trattoria und ist man an der Reihe, wird man dort mit seinem Getränk gleich abgeholt. Sehr praktisch!
Auch hier konnten wir uns wieder wunderbar austauschen, denn es waren wieder sehr unterschiedliche Illustratorinnen auf einem Haufen. Wir kennen uns alle durch verschiedene Facebookgruppen und waren froh, uns einmal live kennen zu lernen.
Mit von der Partie waren (wer mag, geht gern auf den Homepages stöbern)
– Emily Claire Völker
– Arinda Craciun
– Davon Holzwarth
– Anna Lena (die kennst Du ja schon ;-))
und eine italienische Freundin von Emily.
Der Abend ging viel zu schnell vorbei und am nächsten Tag ging es auch schon wieder nach Hause!

Tag 4
Am nächsten Tag war Anna-Lena dann so lieb mich noch zu Bahnhof zu bringen und weil Bologna so eine wunderschöne Altstadt hat, sind wir natürlich zum Bahnhof gelaufen. Hier sind noch ein paar Eindrücke!

Mehr Infos findest Du in meinem Blogartikel über Bologna 2016 oder aber Du kannst im Facebook Fotoalbum der Illustratoren Organisation stöbern!

Ja, und das war´s auch schon. Es war schön und es war erfolgreich und ich habe, wie jedes Jahr viel zu wenig von der Stadt Bologna gesehen. Abschließend nehme ich mir wieder einmal für 2018 vor, mehr Zeit einzuplanen und mir Bologna genauer anzusehen.

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