So war es auf der Kinderbuchmesse Bologna

In diesem Blogeintrag, erzähle ich Dir über mein kleines Abenteuer auf der Kinderbuchmesse Bologna, Italien. Hier geht es nur um meine persönlichen Erlebnisse rund um die Messe. In einem zweiten Blogeintrag werde ich Dir Tipps geben, was Du für für einen erfolgreichen Bologna Kinderbuchmesse Besuch alles brauchst..
Zuerst einmal: Bologna war toll! Die mittelalterliches Stadt ist einfach traumhaft und durch die Frühlingshaften Temperaturen, waren alle Messebesucher ein kleines bisschen entspannter unterwegs- so hatte man den Eindruck. So eine Messe ist natürlich trotzdem unglaublich anstrengend…
Meine Reise begann mit dem Flug mit Ryanair von Bremen nach Milano Bergamo. Ich war sehr aufgeregt, weil ich seit 10 Jahren nicht mehr geflogen war. Gottseidank war ich nicht alleine unterwegs, 2 Illustratorinnen meines Bremen Illustratoren Stammtisches, Anke Bär und Valeska Scholz waren mit dabei. Beide sehr erfahrene Bolognagängerinnen, eine perfekte Reisegruppe also.
Von Bergamo muss man noch 1 Stunde nach Mailand City fahren, um von dort aus mit dem Zug nach Bologa zu kommen. Die Fahrt mit dem Bus nach Mailand ist sehr günstig. Sie kostet 5 Euro und die Busse fahren üppig. In Mailand fuhren wir nach einer kleinen Kaffeepause mit dem Zug weiter nach Bologna. Die Fahrkarte kostete nur 16 Euro und mit der Bummelbahn waren wir in 2,5 Stunden da.
Wie bei jeder Messe, waren günstige Hotels rar gesät und ich wagte eine zweite Premiere- ich buchte ein Zimmer über AirBnB. Ich wohnte bei einer super netten italienische Familie mit 2 Kindern. Das war mir sympathisch und vor dem Haus fuhren 2 Buslinien. So konnte ich entspannt zur Messe kommen.
Meine beiden Illustratorenkolleginnen aus Bremen wohnten nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt, mein Glück. So brauchte ich morgens die beiden nur in einem kleinen, nahe gelegenen Café einsammeln und zusammen mit ihnen per Bus zur Messe fahren.
Da ich bei der Illustratoren Organisation e.V. Standdienst gemacht habe, hatte ich glücklicherweise ein Dauerkarte für die Messe und konnte ohne viel Stress morgens in die Messe. Dieses Jahr war es für deutsche Illustratoren in Bologna besonders interessant, da Deutschland Gastland in Bologna war und 30 ausgewählte Illustratoren dort ausstellen durften. Viele konnte man persönlich dort antreffen und mit ihnen plauschen. Es gab neben der Ausstellung noch eine Ecke, in der die neuesten Bücher von den ausgestellten Illustratoren beguckt werden konnten. Das war sehr interessant. Anke Bär, meine Reisepartnerin war übrigens auch unter den 30 Illustratoren, so konnten wir teilweise hautnah das ganze drum herum mitbekommen.
Neben den abertausenden, atemberaubenden Kinderbüchern aus aller Welt, wollte ich natürlich nach Bologna, um meine Arbeiten den Lektoren verschiedener Verlage zu zeigen. Auf jeder Buchmesse wird an den Ständen der Verlage eine sogenannte Illustratorensprechstunde angeboten, die zwischen 1 bis 2 Stunden dauert. Bei dieser Illustratorensprechstunde kann man sich, wenn man sich traut zusammen mit anderen (vielen) Illustratoren in einer Schlange anstellen und den Lektoren der Verlage seine Arbeiten persönlich präsentieren. Wenn das Portfolio gefällt, bekommt man eine Visitenkarte, mit der Bitte das Portfolio noch einmal zu mailen. Wenn man dann Glück hat, und den Kontakt gut pflegt, kann man wegen eines Buchprojektes angesprochen werden. Durch so einen Kontakt habe ich letztes Jahr durch Zufall mein erstes Kinderbuchprojekt illustrieren dürfen. Es lohnt sich also schon. Ich finde es auch immer gut die Lektoren persönlich zu sehen, ein wenig zu plaudern und ihre Reaktionen auf das Portfolio direkt zu sehen.
Ich war bereits im Oktober in Frankfurt auf der Buchmesse gewesen und hatte mich  bei vielen Verlagen mit meinem Portfolio vorgestellt, hatte einige Kontakte geknüpft und hatte mich nicht vor zu stressen. Ich wollte nicht stundenlang in einer Schlange mit anderen Illustratoren stehen, um Verlagen mein Portfolio zu zeigen. Ich hatte einen Termin mit einer Lektorin vorher gemacht und den Rest wollte ich auf mich zukommen lassen. Dennoch war ich gut vorbereitet. Durch mein Buchprojekt, welches erst in diesem Herbst veröffentlicht wird, hatte ich nicht so viele Arbeiten, die ich zeigen konnte. Also nutzte ich die Monate vor Bologna, ein ganz neues Portfolio anzufertigen. Diese Arbeiten fasste ich mit meinem Corporate Identity ein und kaufte eine ganz tolle Portfoliomappe. Passend zu der stärksten Illustration aus meinem Portfolio, ließ ich hochwertige Visitenkarten drucken.

 

Illustrators Wall Bologna Kinderbuchmesse

 

Es zeigte sich, dass diese Taktik total passend war.
Ich schlenderte, wenn ich keinen Standdienst hatte, einfach über die Messe. Meine Portfoliomappe hatte ich immer bei mir und kam immer zufällig zur rechten Zeit an Verlagsständen vorbei. Meistens war ich früh- oder aber spät genug, so dass ich entweder direkt dran war, oder nur 2-4 andere Illustratoren vor mir hatte. Damit konnte ich leben.
Durch diese entspannte Atmosphäre, traute ich mich sogar zu Verlage, die mich im Vorjahr bereits abgelehnt hatten und dieses Jahr, in Bologna, fanden sie meine Arbeiten plötzlich total gut!
Nach der Messe bin ich dann immer noch mit Anke und Valeska Essen gewesen, die kannten sich ja glücklicherweise sehr gut aus in Bologna.
So kam ich in den Genuss, abseits vom Tourismus die wohl beste Pizza meines Lebens zu essen, bei einem unschlagbar günstigen Preis. Durch diese abendlichen Essen, konnte ich wenigstens ein kleines bisschen von der schönen Stadt Bologna sehen, denn tagsüber war ich ja die ganze Zeit auf der Messe.
Bologna ist eine mittelalterliche Stadt, mit atemberaubenden mittelalterlichen Gebäuden, vielen Kirchen und Arkaden- die angeblich, alle aneinander gelegt, 37 km lang sein sollen.
Abends war ich dann immer total kaputt, denn zu den zurück gelegten Kilometern auf der Messe, kamen die gelaufenen Kilometer in Altstadt von Bologna…

 

Malu Lenzi, Antoana Oreski Tessa Rath, Illustratorinnen

 

Ein weiteres Highlight auf der Messe war ein Treffen mit 2 Illustratorinnen, die ich schon seit 3 Jahren via Facebook kannte: Malu Lenzi und Antoana Oreski. Wir trafen uns zum Abendessen und hatten wirklich einen tollen Abend zusammen. Durch den langen virtuellen Kontakt, konnten wir uns richtig gut über unsere Arbeit austauschen und waren so ziemlich auf dem neuesten Stand. Wir verstanden uns sogar so gut, dass wir wahrscheinlich nächstes Jahr zusammen für die Bologna Buchmesse eine Unterkunft suchen werden…

Neben Malu und Antoana, habe ich mich noch mit Anette Heiberg und Angela Sbandelli getroffen.Nur kurz zwischendurch für eine Stunde- aber auch das war richtig gut. Auch die beiden kannte ich nur via Facebook durch einen Onlinekurs für Illustratoren. Wir haben uns gegenseitig unser Portfolio gezeigt und uns Tipps gegeben- sehr inspirierend 🙂

 

Nach 2 Tagen musste ich dann doch wieder nach Hause fahren, leider- denn von der wunderschönen Stadt habe ich nicht so viel sehen können. Im nächsten Jahr werde ich versuchen länger zu bleiben und noch ein wenig die Stadt zu erkunden.

 

Zum Abschluss zeige ich mein Portfolio, dass ich so mit zur Kinderbuchmesse Bologna hatte. Ich habe es versucht kurz und knackig zu halten und einen schönen Farbverlauf beim Blättern zu erzeugen.
Von meiner stärksten Illu habe ich dann meine Visitenkarte drucken lassen, die ich dann verteilen konnte. Diese Visistenkarten habe ich auch an die Illustrators Wall gehängt- durch diese Wall haben sich tatsächlich nach der Messe mehrere Verlage bei mir gemeldet und wollten mein Portfolio zugeschickt haben. Wer hätte das gedacht, bei der Vielfalt an guten Illustratoren an der Wand…

 

Comments ( 7 )

  • Pingback:Vorbereitungen für die Kinderbuchmesse in Bologna- meine Business card – Tessa Rath

  • Eva Spanjardt

    Hallo liebe Tessa,

    nach Bologna habe ich es immer noch nicht geschafft……aber Deine Beschreibung ist sehr verlockend.
    Was mich sehr interessiert,wo bekommt man ein solche Portfolio Mappe im Querformat A4,wie Du Sie hast?
    Bei doppelseitige Illustrationen sieht das,so wie bei Dir,einfach toll aus! Aber mir gefällt sowieso der ganze Auftritt,auch die Buisiness card.

    Vielleicht hast Du ja einen Tipp für mich,ich würde mich sehr freuen,
    Liebe Grüße,Eva

    • TessaRath

      Liebe Eva, vielen Dank für die lieben Worte ! Ich werde dieses Jahr wieder versuchen bei Insta meine Reise in der Story zu posten und danach gibt es wieder einen ausführlichen Blogpost. Du kannst also wenigstens halb dabei sein 😉

      Die Portfoliomappe gibt es bei Boesner für teure 40 Euro oder so. Aber sie lohnen sich! Sie ist schick und gut zu händeln…

      Liebe Grüße sendet
      Tessa

      • Eva Spanjardt

        Ach toll,vielen Dank Tessa! Ich hatte schon im Boesner Online shop gesucht ,aber nichts gefunden,jetzt kann ich gezielter suchen.
        Ich freue mich auf Deinen Bologna Blog 2017 und wünsche Dir erfolgreiche Tage.

        Liebe Grüße,
        Eva

  • Ellen Nehlich

    Hallo Tessa,
    Habe gerade deinen Bericht über den Besuch auf der Buchmesse Bologna gelesen. Klingt sehr spannend.
    Ich wage mich dieses Jahr erstmal auf die Buchmesse Frankfurt. Du schreibst ja, dass du dein Portfolio dort auch schon vorgestellt hast. Mich würde interessieren, wie man an die Termine für die Illustratorensprechstunden kommt. Muss man diese bei den einzelnen Verlagen anfragen oder wie geht man da vor?
    Würde mich sehr über eine Antwort von dir freuen! Ich bin noch völlig neu auf diesem Gebiet und bin dankbar für jeden Tipp!!
    Ganz liebe Grüße,
    Ellen

    • TessaRath

      Hallo Ellen,
      in Bologna, aber auch in Frankfurt, bieten fast alle Verlage eine Illustratorensprechstunde an. Immer zu verschiedenen Zeiten, meist für 1-2 Stunden. Die Sprechstundenzeiten werden gut sichtbar auf einem Schild am jeweiligen Stand bekannt gegeben. Dann braucht man nur noch zur richtigen Zeit vor Ort zu sein und sich (wahrscheinlich) in eine Schlange stellen. Wenn man dann dran ist, hat man ein paar Minuten Zeit sein Portfolio einem Lektor zu zeigen.
      Meistens gibt es am Stand der Illustratoren Organisation auch eine Liste, wo alle Termine gesammelt sind.

      Wenn Du in keiner Schlange warten möchtest, kannst Du vorher per Mail versuchen einen Termin zu bekommen. Das ist jetzt aber schon zu spät. Die Lektoren sind meistens schon ausgebucht…

      Informiere Dich am besten vorher gut über das Verlagsprogramm und ob Du da rein passt. Dann kannst Du Dir umsonst Schlangestehen sparen 😉

      Ich wünsche Dir viel Erfolg!

      Sonnige Grüße sendet
      Tessa

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