Deine perfekte Mappe- Meine 10 Tipps

Was muss ins Portfolio, wenn Du Dich als KinderbuchillustratorIn auf Messen vorstellen willst? Hier kommen meine 10 Tipps für die perfekte Mappe:

“ Wie sieht die perfekte Mappe aus?“ , werde in letzter Zeit immer häufiger gefragt. Was sollte man denn überhaupt alles in seinem Portfolio haben ?
Wenn man sich als angehende KinderbuchillustratorIn z.B. auf der Frankfurter Buchmesse bei Verlagen vorstellen möchte, gibt es tatsächlich ein paar Dinge, die man beachten kann.
Gut vorbereitet klappt das Gespräch mit den LektorInnen gleich doppelt so gut!

Interessierst Du Dich für die Kinderbuchmesse in Bologna? Dann kann ich Dir meinen Blogbeitrag dazu empfehlen -> klick

In diesem Beitrag stelle ich Dir ein 10 Tipps vor, die ich durch eigene Messerfahrung, Gesprächen mit Lektoren oder meine Arbeit am Stand der Illustratoren Organisation e.V. gesammelt habe:

  1.  Weniger ist mehr!

Ich weiß, es ist nicht leicht! Doch versuche nur Deine besten Arbeiten zu präsentieren. Illustrationen, auf die Du so richtig Stolz bist. Sei ehrlich zu Dir selbst und sortiere schwächere Arbeiten aus. Dein Portfolio wird an Deiner schlechtesten Illustration gemessen. Es ist also besser 10 gute Illus in der Mappe zu haben, als viel mit durchwachsener Qualität! Achte darauf, dass Du nicht mehr, als 20 Arbeiten zeigst. Die Lektoren, die auf Messen Illustratorensprechstunden abhalten, sehen viele, viele Arbeiten! Bei mehr, als 20 Stück ermüden sie.

2. Die Reihenfolge ist der Clou!

 

Versuche mit der Anordnung Deiner Illustrationen in der Mappe eine Geschichte zu erzählen. Baue sie für den Betrachter interessant auf. Wichtig hierbei ist, dass Du mit einer Knaller – Illu startest und mit einer Knaller – Illu abschließt. Der letzte Eindruck bleibt im Gedächtnis.

Ich sortiere mein Portfolio z.B. gerne nach Farben. Ich starte also mit hellen Illustrationen und schließe mit dunklen, oder blauen, … ab. Starte hierbei auf jeden Fall nicht mit den dunklen, das kann abschreckend wirken. Du willst den Betrachter ja einladen, auf die Reise durch Dein Portfolio!
Damit der Lektor nicht ständig die Mappe hin und her bewegen muss, entscheide Dich für ein Format und halte es ein. Wenn Du z.B. gut lustige Figuren zeichnen kannst, kann auch eine Figur durch Dein Portfolio führen. Sei einfach kreativ!

 

 

3. Kinder an die Macht!

 

Wenn Du Dich als Kinderbuchillustratorin vorstellen möchtest, dann solltest Du bedenken, dass auch Kinder Deine Endkunden sind. Kinder verbinden sich mit Kindern, die in den Geschichten natürlich die Hauptfiguren sind. Verlage suchen also Illustratoren, die vor allem Kinder und Tiere zeichnen können. Gut ist, wenn Du beides zeigen kannst!

 

4. Innen und Außen

 

Es wird durchaus vorkommen, dass Du als Kinderbuchillustratorin das Cover eines Buches gestalten sollst. Es ist deshalb von Vorteil, wenn die Lektoren sehen, dass Du Dich bereits mit der Thematik auskennst. Wenn Du magst, kannst Du das fertige Cover auf ein sogenanntes „Mock Up“ montieren. So kann man dann sehen, wie das Buch fertig aussehen würde.
Denke daran: Ein Cover ist unheimlich wichtig! Es animiert den Kunden zum Kaufen. Achte auf ansprechende Farben und plane genug Platz für den Titel ein.  Oft sind Cover umlaufend- das heißt, dass das Motiv auf der Rückseite weiterläuft. Auch das kannst Du in Deine Coverplanung einbeziehen.

 

 

Ein Schöner Tag Kinderbuchillustration Tessa Rath
Ein schöner Tag – Freie Arbeit

6. eine Frage des Stils

 

Den eigenen Stil zu beurteilen ist gerade am Anfang sehr schwer. Wenn Du eine Mappe für Verlage zusammenstellst, achte dennoch dadrauf, dass Du bei einem Stil und einem Genre bleibst. Klar, Du möchtest gerne zeigen, was Du alles kannst! Doch
oft wirkt eine bunte Mischung verschiedener Stile eher verwirrend. Du willst Deinen zukünftigen Kunden aber ja überzeugen!

Deshalb, bleibe bei einem Stil. Wenn Du später Kinderbücher machen möchtest, dann präsentiere bunte und fröhliche Arbeiten. Schwarze, dunkle Illustrationen schrecken ab und werden wahrscheinlich kaum Platz in einem Kinderbuchprogramm finden.

Verzichte deshalb auch auf Editorial Illustrationen. Zeige auf Deinem begrenzten Platz lieber, dass Du in der Lage bist, eine Doppelseite zu füllen. Auch Mangas und Fan Art solltest Du besser aussortieren.

7. die Bewegung macht´s

 

Lektoren suchen nach Illustratoren, die in der Lage sind einen Charakter in verschiedenen Positionen und Situationen abzubilden. Wenn Du Charaktere oder Sympathiefiguren zeigst, solltest Du sie deshalb in Bewegung darstellen und gerne in verschiedenen Emotionen. Spiel einfach herum und lerne sie besser kennen. Denke Dir eine Charaktereigenschaft aus und lasse sie als Figur mit anderen Personen/Charakteren agieren. Bilde sie nicht einfach nur steif ab!

Um es Dir leichter zu machen, kannst Du Dir z. B. ein Märchen vornehmen und einfach ein paar Seiten daraus illustrieren. Märchen sind gut geeignet, da sie jeder kennt und man nicht umständlich eine Geschichte dazu erklären muss. Neben verschiedenen Positionen, kannst Du auch über verschiedene Perspektiven nachdenken, aus der Deine Illustration erzählt.

 

Kinderbuchillustration, Drache, Prinzessin
aus meinem aktuellen Portfolio- Illustrationen zu „Trubel in der Feenschule“, erschienen im Coppenrath Verlag 2017

 

 

 

8. ohne Farbe geht es auch

 

Im Jugendbuchbereich werden oft nur die Cover farbig gestaltet. Die Innenseiten werden mit Vignetten (kleinen freistehenden Illustrationen) illustriert, die im Buch gestreut werden. Überlege Dir daher ruhig, wie Deine Charaktere in Schwarz/Weiß, oder Graustufen aussehen würden. Neben der Verwendung im Jugendbuch, werden s/w Vignetten auch in Schulbüchern verwendet.

 

9. Analog oder digital?

Die Zeiten, in der man nur mit einer analogen Mappe durch die Gänge schleppen musste, ist vorbei. Es bleibt eine Frage des eigenen Geschmacks und natürlich eine Geldfrage, ob Du mit Mappe oder Tablet präsentierst.
Ich habe letztes Jahr in Frankfurt meine Lektoren gefragt und sie sagten einhellig, dass sie nichts gegen Tablets haben.

Wenn Du analog mit Mappe auf die Messe kommst, dann achte unbedingt auf die Größe. Die Tische der Lektoren sind relativ klein. Gut sind deshalb Mappen in der Größe DIN A4. Ich habe z. B. eine Mappe mit Folien von der Firma Prat in DIN A4 Querformat (erhältlich bei Boesner). Das Format kannst Du gut an das Format anpassen, in dem Du am liebsten arbeitest. Da Kinderbücher aber aus Doppelseiten bestehen, kann man sich gut eine querformatige Arbeitsweise angewöhnen.

 

10. Qualität und Sauberkeit

 

Egal, für welches Medium Du Dich entscheidest, achte unbedingt auf Sauberkeit! Nichts schreckt so ab, wie dreckige Folien oder herumfliegende Blätter. Auch ein dreckiges Display lädt nicht zum aktiven blättern in Deinen Arbeiten ein.
Deine Illustrationen sollte unbedingt in guter Qualität gezeigt werden. Analog müssen es aber keine Kunstdrucke sein- ein guter Ausdruck aus einem Copyshop reicht vollkommen aus.

kinderbuch seepferdchen, nasenbär, chamäleon, idel, gans, illustration, tiere,koala,

Extratipp:

 

Denke daran, dass Du als Illustratorin Deinem Gegenüber im Gedächtnis bleiben willst. Baue deshalb um Deine Mappenseiten einen kleinen „Präsentationsrahmen“, der idealer Weise aus Deinem Logo und Deinen Kontaktdaten – Deinem Branding- besteht. So wird unbewusst beim Blättern immer wieder Dein Name eingestreut.
Wie Du siehst, habe ich das in meinem Portfolio auch so gemacht.

Und nun würde ich gerne von Dir wissen: Wie sieht Deine Mappe aus? Bist Du lieber analog oder digital unterwegs? Was sind Deine Mappenerfahrungen?